Ich stehe ein für

kultur, die mehr ist als tradition

 
 

Das erste mal im Internet war ich in einer Kunstgalerie. Aufgewachsen in einem Haushalt voller Kultur war für mich stets klar: Kunst und Kultur sind mehr als Unterhaltung, mehr als Tradition, mehr als "nice to have". Sie sind die Essenz unserer Zeit, Quelle neuer Denkarten, Innovation, Technologie, Kultur und die Gestaltung der Zukunft gehören engstens zusammen.

Um diese Haltung bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia zu vertreten, hat mich der Bundesrat im Januar 2018 in deren Stiftungsrat berufen

Kultur ermöglicht Teilhabe, sie integriert. Kultur hält unser Land zusammen und bringt es weiter. Auch hier bei uns im Kreis 9, von wo etwa das Game-Studio Playables weltweit für Begeisterung sorgt, bei Spielern ebenso wie bei Kunstkritikern.

Ebenfalls im Kreis 9, im Basislager an der Aargauerstrasse zuhause ist etoy, ein Medienkunstkollektiv erster Stunde, das mit grossen Aktionen zu den ersten gehörten, die zivilen Ungehorsam ins Internet trugen und weltweit für Furore sorgten. Ich bin stolz darauf, davon eine Weile Teil gewesen zu sein. Daraus entstanden sind neue Ansichten und Ideen in aller Welt, grossartige Begegnungen und Erfahrungen — aber auch, sehr konkret, das eine odere Startup. 

Dass Kulturpolitik eine Verantwortung hat für menschlichen Fortschritt ist mir dadurch klar, denn das blosse Bewahren bedeutet Stillstand — und das wäre fatal, gerade in einem Land, das von seinen Ideen, seinen Bildern und Gedanken lebt. Entsprechend gilt es, "alte Zöpfe" abzuschneiden und an einer lebendigen Kultur in zeitgemässen Formen zu arbeiten, mit Förderung auf der Höhe der Zeit.

In Aktion als Teil des Medienkunstkollektivs etoy, 2010, Kunsthalle Gwangju, Südkorea

In Aktion als Teil des Medienkunstkollektivs etoy, 2010, Kunsthalle Gwangju, Südkorea